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RaĂșl Castro
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RaĂșl Modesto Castro Ruz (* 3. Juni 1931 in BirĂĄn, Provinz Oriente) ist ein kubanischer Politiker. Von 2008 bis 2018 war er PrĂ€sident des Staats- und des Ministerrates der Republik Kuba und von 2011 bis 2021 Erster SekretĂ€r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas (PCC). Er war eine der fĂŒhrenden Persönlichkeiten der Kubanischen Revolution. Er ist der jĂŒngere Bruder des kubanischen Politikers und RevolutionĂ€rs Fidel Castro.

Contents

‱ Leben
‱ Revolution
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Familie und Jugend

RaĂșl Castro wurde als außerehelicher Sohn eines Großgrundbesitzers geboren. Seine Eltern waren Ángel Castro Argiz, aus der galicischen Stadt Lugo ursprĂŒnglich als Kolonialsoldat nach Kuba entsandter und spĂ€ter eingewanderter Spanier, und die Hausangestellte Lina Ruz GonzĂĄlez aus einer mittellosen Bauernfamilie aus der Provinz Pinar del RĂ­o, die Ángel nach der Scheidung von seiner ersten Frau 1941 geheiratet hatte. RaĂșl ist der jĂŒngste der drei Castro-BrĂŒder – neben RamĂłn und Fidel. Außerdem hat er noch vier Schwestern: die Ă€ltere Ángela sowie die jĂŒngeren Juana, Emma und Augustina. Im Gegensatz zu seinem Bruder Fidel gilt er als Familienmensch, der auch zu „abtrĂŒnnigen“ Familienmitgliedern in den USA oder Spanien den Kontakt aufrechterhĂ€lt.cite-ref-widmann-endspiel-1-0[1]

Er absolvierte die Schulzeit zunĂ€chst im Heimatort BirĂĄn und besuchte anschließend eine auf Initiative Fulgencio Batistas gegrĂŒndete, kombinierte zivil-militĂ€rische Landschule sowie ab 1938 das Jesuitenkolleg Colegio Dolores in Santiago de Cuba, das auch seine BrĂŒder Fidel und RamĂłn besuchten.cite-ref-2[2] WĂ€hrend sein Bruder Fidel sowohl intellektuell als auch sportlich in seinen Klassen herausragte, war RaĂșl weniger erfolgreich. 1945 ging er mit UnterstĂŒtzung seines Vaters in das Jesuitenkolleg Colegio BelĂ©n nach Havanna, das bereits sein Bruder Fidel besuchte.cite-ref-3[3] 1946 musste RaĂșl das Kolleg verlassen und arbeitete danach wieder in der Landwirtschaft in BirĂĄn.cite-ref-4[4] 1950 kehrte RaĂșl nach Havanna zurĂŒck, wo er bei seinem Bruder Fidel in eine Dachgeschosswohnung einzog.cite-ref-5[5] Obwohl er nie das Abitur abgelegt hatte, besuchte er an der UniversitĂ€t von Havanna einen Verwaltungslehrgang und spĂ€ter Soziologiekurse, unter anderem bei Boris Goldenberg. Einen Hochschulabschluss besitzt RaĂșl Castro nicht. Er erhielt aber auch nicht dieselbe großzĂŒgige materielle UnterstĂŒtzung aus dem Elternhaus wie Bruder Fidel.cite-ref-widmann-endspiel-1-1[1]

WĂ€hrend seiner Studienzeit engagierte sich RaĂșl in der Juventud Socialista („Sozialistische Jugend“), dem Jugendverband der der Sowjetunion nahestehenden Kommunistischen Partei Kubas (die 1944 bis 1962 den Namen Partido Socialista Popular (PSP) trug). So nahm er im MĂ€rz 1953 an der vom kommunistischen Weltbund der Demokratischen Jugend organisierten Internationalen Konferenz zur Verteidigung der Jugendrechte in Wien als Delegierter teil, wo der sowjetische Auslandsnachrichtendienst auf ihn aufmerksam wurde, und besuchte anschließend mehrere osteuropĂ€ische LĂ€nder, in denen nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Einfluss der von Josef Stalin gefĂŒhrten Sowjetunion jeweils eine Kommunistische Partei die Regierung ĂŒbernommen und die staatlichen Strukturen sowie das politische System umgebaut hatte.cite-ref-widmann-endspiel-1-2[1] Auf der einen Monat langen RĂŒckreise per Schiff aus Europa freundete er sich mit Nikolai Leonow an, einem jungen Mitarbeiter des sowjetischen Außenministeriums, den er bereits von der Wiener Konferenz kannte und der spĂ€ter ein wichtiger Kontakt zur sowjetischen Regierung werden sollte.cite-ref-6[6]

Bei seiner Wiedereinreise am 6. Juni 1953 nach Kuba wurde Castro zunĂ€chst von der Polizei festgenommen – er hatte kommunistisches Propagandamaterial bei sich gefĂŒhrt und gegen die Festnahme zweier mittelamerikanischer Mitreisender protestiert. Nach seiner Freilassung wurde er im Juni 1953 von der Sozialistischen Jugend als Vollmitglied aufgenommen.cite-ref-encaribe-7-0[7] Sieben Wochen spĂ€ter folgte er dem Aufruf seines Bruders Fidel zum bewaffneten Kampf gegen den im MĂ€rz 1952 durch einen MilitĂ€rputsch an die Macht gekommenen Diktator Fulgencio Batista, obwohl die kubanischen Kommunisten solche Aktionen damals prinzipiell ablehnten.cite-ref-widmann-endspiel-1-3[1]cite-ref-8[8] Als Konsequenz seiner Teilnahme am Sturm auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953, den die PSP-FĂŒhrung als Putschversuch wertete,cite-ref-9[9] beschloss der kommunistische Jugendverband seinen Ausschluss.cite-ref-10[10]

Nach dem Sieg der Revolution heiratete RaĂșl im Januar 1959 in Santiago de Cuba Vilma EspĂ­n, die ihm bereits wĂ€hrend des mexikanischen Exils als aktive UnterstĂŒtzerin der revolutionĂ€ren Bewegung begegnet war und die letzten Monate des Guerillakriegs an seiner Seite verbracht hatte.cite-ref-11[11] Sie war bis zu ihrem Tod am 18. Juni 2007 Vorsitzende des kubanischen Frauenverbandes. Wie ihr Mann galt sie als vom Kommunismus ĂŒberzeugt und entstammte ebenfalls einer begĂŒterten Oberschichtfamilie Ostkubas. Gemeinsam haben sie vier Kinder: DĂ©borah, Mariela, Nilsa und Alejandro. RaĂșl pflegt Kontakt zu den „abtrĂŒnnigen“ Familienmitgliedern in Miami oder Spanien und ermöglicht geheime Familientreffen.cite-ref-widmann-endspiel-1-4[1]

Revolution

RaĂșl Castro war eine treibende Kraft bei der Revolution gegen den Diktator Batista auf Kuba. Am 26. Juli 1953 nahm er am Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba teil, der von seinem Bruder Fidel angefĂŒhrt wurde. Der gesamte Versuch scheiterte. Der GeneralsekretĂ€r der kubanischen Kommunisten Blas Roca bezeichnete den Überfall als „kleinbĂŒrgerlichen Putsch, mit dem wir Kommunisten nichts zu tun haben“.cite-ref-widmann-endspiel-1-5[1] RaĂșl Castro wurde zu 13 Jahren Zuchthaus auf der Isla de Pino (heute Isla de la Juventud) sĂŒdlich von Havanna verurteilt, kam aber nach zwei Jahren im Rahmen einer Generalamnestie am 15. Mai 1955 frei. Am 12. Juni 1955 grĂŒndeten er und die freigelassenen Moncadisten die Bewegung des 26. Juli (Movimiento 26 de Julio, M-26-7).

Auf Anraten seines Bruders Fidel ging er am 24. Juni 1955 nach Mexiko ins Exil. Sein Bruder und weitere Getreue folgten ihm einige Tage spĂ€ter. In Mexiko nahm RaĂșl Kontakt zu der Kubanerin MarĂ­a Antonia GonzĂĄlez auf, die mit dem Ringer Arsacio Vaneges verheiratet war. Dieser bot kubanischen Immigranten freie Unterkunft. In Mexiko wurde er mit dem argentinischen Arzt Ernesto „Che“ Guevara bekannt gemacht, mit dem er sich sofort befreundete.cite-ref-12[12] In einem Guerillatrainingscamp dort bereiteten sie sich auf einen bewaffneten Kampf gegen das Batista-Regime vor. RaĂșl machte im Juli 1956 sowohl Guevara als auch Fidel mit seinem inzwischen in der sowjetischen Botschaft in Mexiko tĂ€tigen russischen Freund Leonow bekannt, der 1958 zum KGB wechselte.cite-ref-13[13] Laut den Memoiren des damaligen sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow hat RaĂșl damals gegenĂŒber seinem Bruder Fidel seine „wahren Überzeugungen verborgen“. Chruschtschow hielt ihn fĂŒr „einen nĂŒtzlichen, vom KGB gefĂŒhrten Einflussagenten in Havanna“. TatsĂ€chlich geschahen wohl alle Kontakte zu in- und auslĂ€ndischen Kommunisten und entsprechende AktivitĂ€ten mit Wissen oder gar auf Weisung seines Bruders Fidel, der sich schon damals die kommunistische Option offenhalten, aber vermeiden wollte, das öffentlich zu kommunizieren. Fidel orientierte sich öffentlich noch an den Antikommunisten seiner Orthodoxen Partei unter Eduardo ChibĂĄs.cite-ref-widmann-endspiel-1-6[1]

WĂ€hrend des Kampfes in der Sierra Maestra wie schon wĂ€hrend der chaotischen Anfangszeit ab Dezember 1956 galt RaĂșl Castro als disziplinierter und harter KĂ€mpfer. Comandante en Jefe (Oberkommandierender) Fidel Castro beförderte ihn schnell zum Kompaniechef.cite-ref-14[14] Ende Februar 1958 wurde er (gleichzeitig mit Juan Almeida) in den Rang des Comandante erhoben und mit der GrĂŒndung und Leitung der Zweiten Front beauftragt, die nach Frank PaĂ­s, dem populĂ€ren Organisator des stĂ€dtischen Untergrundkampfes, benannt wurde, der im Sommer 1957 in Santiago getötet worden war. Diese erste vom Rest der Rebellenarmee getrennte Einheit sollte von der Sierra Cristal aus kĂ€mpfen, im fast Ă€ußersten Osten Kubas (heutige Provinz HolguĂ­n). Dorthin brach RaĂșl Castro im MĂ€rz des Jahres mit 66 MitkĂ€mpfern von der Sierra Maestra aus auf. Es begann der erfolgreiche Kampf zunĂ€chst um den Norden der Provinz Oriente, bevor wenig spĂ€ter andere Einheiten den Guerillakrieg auf das ganze Land ausdehnten.cite-ref-15[15] In dem Gebiet der Zweiten Front hatten bereits zuvor kleinere bewaffnete Gruppen, die nicht unter dem Kommando Fidel Castros standen, sondern ĂŒberwiegend der Stadtguerilla in Santiago entstammten, dem Batista-Regime einzelne SchlĂ€ge versetzt. RaĂșl brachte sie unter sein Kommando, wodurch die von Fidel angefĂŒhrte Rebellenarmee insgesamt an Einfluss gewann.cite-ref-16[16]

Bei ÜberfĂ€llen auf die in US-Besitz befindlichen Nickelminen von Moa und Nicaro, östlich von HolguĂ­n, sowie Betriebe der United Fruit Company ließ RaĂșl Ende Juni 1958 mehrere Dutzend dort beschĂ€ftigte US-Amerikaner als Geiseln nehmen. Damit wollte er die Einstellung der US-VerkĂ€ufe von militĂ€rischem GerĂ€t und Treibstoff an Batista erzwingen, der kurz zuvor eine Sommer-Offensive gegen die Rebellenarmee eingeleitet hatte. RaĂșls Aktion war jedoch mit seinem Bruder Fidel nicht abgesprochen, der unbedingt eine Konfrontation mit den USA vermeiden wollte. RaĂșl ließ die Geiseln, wenn auch widerwillig und mit zeitlicher Verzögerung, wieder frei. Den Plan RaĂșls, in GuantĂĄnamo stationierte US-Soldaten zu entfĂŒhren, konnte Fidel gerade noch verhindern. Es wĂ€re nicht nur ein Verstoß gegen das Völkerrecht gewesen, sondern hĂ€tte mit großer Wahrscheinlichkeit auch zum Eingreifen der USA gefĂŒhrt, obwohl diese ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr Batista im Laufe des Kampfes in der Sierra Maestra schon zurĂŒckgefahren hatten.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]

RaĂșl Castro zeigte wĂ€hrend seiner Zeit als Comandante in der Sierra Cristal militĂ€risches und organisatorisches Talent. Er schuf eine anfĂ€nglich aus 53 MĂ€nnern bestehende Spezialeinheit, die mit der Zeit auf ĂŒber 1000 Mann anwuchs, sowie eine revolutionĂ€re Verwaltung als Vorbild fĂŒr das spĂ€tere Regime. Auch wurden die armen Bauern in der Region unterstĂŒtzt, indem man ihre ĂŒberschĂŒssige Ernte nicht etwa beschlagnahmte, sondern sie fĂŒr bares Geld abkaufte. Außerdem wurden in der Region soziale Infrastrukturen geschaffen, indem man Straßen baute sowie Schulen, KrankenhĂ€user und Apotheken errichtete. All diese Maßnahmen trugen wesentlich zur PopularitĂ€t der Rebellen in der Gegend bei, die Propagierung marxistischer Ideen sorgte jedoch auch fĂŒr Irritationen unter nichtkommunistischen Angehörigen und UnterstĂŒtzern der Rebellenarmee.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-cidob-21-0[21]

RaĂșl Castro war, Ă€hnlich wie Che Guevara, bekannt dafĂŒr, dass er VerrĂ€ter, Kriminelle und Deserteure zur militĂ€rischen und sozialen Disziplinierung der Truppe gnadenlos erschießen ließ.cite-ref-22[22] Mit dem Ziel der Abschreckung ließ RaĂșl auch Hinrichtungen von Kriegsgefangenen vor den Augen von Batista-UnterstĂŒtzern durchfĂŒhren.cite-ref-cidob-21-1[21] Schon wĂ€hrend des Guerillatrainings in Mexiko musste RaĂșl beweisen, ein „fĂ€higer RevolutionĂ€r“ zu sein, was bedeutete, auch töten zu können. Als mögliche, von Che definierte GrĂŒnde fĂŒr ein Todesurteil galten damals „Befehlsverweigerung, Desertion oder DefĂ€tismus“. Der wegen Befehlsverweigerung vor dem „Kriegsgericht“ angeklagte Guerillero Calixto Morales – er fĂŒhlte sich nicht mehr in der Lage, eine besonders anstrengende Trainingseinheit auszufĂŒhren – wurde von „AnklĂ€ger“ RaĂșl Castro zum Tode verurteilt, jedoch spĂ€ter von Fidel begnadigt. Im November 1956 vermutete Fidel einen Batista-Spitzel in den Reihen der RevolutionĂ€re und ordnete ohne Verfahren dessen Erschießung an. RaĂșl persönlich fĂŒhrte den Befehl aus.cite-ref-widmann-endspiel-1-7[1]

Unmittelbar nach dem Sieg der Revolution am Neujahrstag 1959 ĂŒbernahm RaĂșl Castro die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba und damit das militĂ€rische Kommando der Region. Unter seiner Regie kam es dort zu Massenerschießungen vermeintlicher und tatsĂ€chlicher Kriegsverbrecher und Folterer im Dienste Batistas. So ließ er beispielsweise 70 Ex-Soldaten und Zivilisten gruppenweise vor einem Massengrab aufstellen und mit Maschinengewehren erschießen. Die Grube wurde anschließend mit Bulldozern zugeschĂŒttet. Diese offensichtlichen Grausamkeiten lösten in der kubanischen und US-amerikanischen Presse große Empörung aus, sodass der um das Ansehen der Revolution besorgte Fidel solche öffentlichen Hinrichtungen bald untersagte.cite-ref-23[23] Kurz nach seinem Eintreffen in der Hauptstadt ĂŒbernahm RaĂșl am 11. Januar das Kommando ĂŒber den bisherigen Generalstab der StreitkrĂ€fte in der Columbia-Kaserne in Havanna.cite-ref-cidob-21-2[21]

Politiker im nachrevolutionÀren Kuba

Nach der Revolution bis zum Zusammenbruch des Ostblocks (1959–1990)

Nach der Kubanischen Revolution war RaĂșl Castro von 1959 bis 1976 Vize-Premierminister, danach wurde er VizeprĂ€sident des Staatsrates. Er galt als ideologischer Hardliner.

Zusammen mit seinem Freund Che Guevara war RaĂșl Castro einer der wenigen bekennenden Kommunisten in der Rebellenarmee, die mehrheitlich aus dem bourgeoisen Milieu Kubas hervorgegangen war.cite-ref-24[24] WĂ€hrend Che auch Sympathien fĂŒr Stalin,cite-ref-25[25]cite-ref-26[26] Mao Zedongs China und fĂŒr die nordkoreanische Chuch’e-Ideologie hegte,cite-ref-27[27]cite-ref-28[28] galt RaĂșl als loyaler Vertreter des seinerzeitigen Sowjetkommunismus. Nach dem Sieg der Revolution 1959 betrieben sie die AnnĂ€herung an die Sowjetunion und den Ostblock jedoch gemeinsam. Auch die umfassende Landreform und Enteignung der Banken und Großindustrie ab 1959 wurde von beiden einvernehmlich organisiert. Auf die Befindlichkeiten der USA, deren Firmen (wie beispielsweise die United Fruit Company) in Kuba große Anteile hielten, nahmen sie keine RĂŒcksicht.

RaĂșl war besonders besorgt darĂŒber, dass sein Bruder Fidel anfangs noch Verhandlungen mit den USA suchte und von einer kommunistischen Ausrichtung der Revolution noch nichts wissen wollte.cite-ref-29[29] 1964 warf RaĂșl Che eine prochinesische Haltung vor. WĂ€hrend Che Guevara sich 1965 offen von der Sowjetunion abwandte und auch Fidel bei den Sowjets als unsicherer GefĂ€hrte galt, war RaĂșl stets „ihr Mann in Havanna“.cite-ref-30[30] Seine NĂ€he zur Sowjetunion und zum KGB schĂŒtzte ihn wohl auch mehr oder weniger vor dem Schicksal zahlreicher anderer Comandantes de la RevoluciĂłn, die ins GefĂ€ngnis geworfen wurden oder in die USA emigrieren mussten, darunter unter anderen auch die gemeinsame Schwester Juanita, denn Blutsverwandtschaft war fĂŒr Fidel keinerlei Garantie fĂŒr LoyalitĂ€t. RaĂșl wurde zur „mausgrauen Eminenz“ des Comandante en Jefe Fidel Castro.cite-ref-widmann-endspiel-1-8[1]

RaĂșl organisierte ab Januar 1959 die völlige Umstrukturierung der bisherigen kubanischen StreitkrĂ€fte und die Umwandlung der Revolutionstruppen, deren getrennt operierende Einheiten wĂ€hrend des Guerillakrieges teilweise ein hohes Maß an Autonomie hatten, in ein wirkungsvolles und zentral gelenktes Instrument des Staates. Im Zuge dieses Prozesses wurde das bisherige Verteidigungsministerium aufgelöst, und RaĂșl ĂŒbernahm am 18. Oktober 1959 den Posten des Ministers der RevolutionĂ€ren StreitkrĂ€fte an der Spitze des neu aufgebauten Ministeriums. Zu seinem ZustĂ€ndigkeitsbereich gehörten auch die MilitĂ€rindustrie, der Zivilschutz und die wenig spĂ€ter gebildeten RevolutionĂ€ren Milizen. Auf Bitte RaĂșl Castros unterstĂŒtzte die Sowjetunion diesen Reorganisationsprozess ab April 1959 durch die vor der Öffentlichkeit geheim gehaltene Entsendung von zunĂ€chst siebzehn spanischen Kommunisten, die an der sowjetischen MilitĂ€rakademie ausgebildet worden waren, als bezahlte Berater.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Das MINFAR (Ministerium der RevolutionĂ€ren StreitkrĂ€fte) bewies in den nĂ€chsten Jahrzehnten seine Schlagkraft und FĂ€higkeit zur Abschreckung gegen bewaffnete Gegner von innen wie von außen und intervenierte darĂŒber hinaus in zahlreichen BĂŒrger- und internationalen Kriegen – mit dem MilitĂ€reinsatz in Angola als wichtigstem Beispiel.cite-ref-33[33]

RaĂșl Castro war 1959 daran beteiligt, den populĂ€ren, aber gegenĂŒber kommunistischen Strömungen sehr skeptischen GuerillafĂŒhrer Comandante Huber Matos nach seiner RĂŒcktrittserklĂ€rung wegen Hochverrats anklagen und in einem Prozess zu zwanzig Jahren Haft verurteilen zu lassen. Auch das nach einem mutmaßlichen Flugzeugabsturz spurlose Verschwinden des charismatischen und beim kubanischen Volk sehr beliebten Revolutions-Comandante, Generalstabschef und Freund Matos’ Camilo Cienfuegos soll Castro gelegen gekommen sein, da es seinem Aufstieg zum Verteidigungsminister und zweiten Mann im Staate sehr behilflich war. Einen Beweis fĂŒr eine Verschwörung gibt es jedoch bisher nicht.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]

In der Folgezeit der 1970er und 1980er Jahre baute RaĂșl eine eigene Hausmacht auf, die weniger aus den alten RevolutionĂ€ren als vielmehr aus bewĂ€hrten „Internationalisten“ bestand: KĂ€mpfer, die sich im versuchten Revolutionsexport in Lateinamerika oder Afrika, beispielsweise in Angola, hervorgetan hatten.cite-ref-widmann-endspiel-1-9[1] Ende der 1980er Jahre bedrohte jedoch der populĂ€re Angola-Veteran Arnaldo Ochoa das nepotistische MachtgefĂŒge der Castro-BrĂŒder. Dessen Hinrichtung im Jahre 1989 wegen Korruption und Drogenhandels, obwohl Ochoa dies offensichtlich mit Wissen und Billigung der obersten FĂŒhrung tat, um Devisen fĂŒr das Land zu beschaffen, war ein Signal, um politische Gegner auszuschalten und politisch ambitionierte MilitĂ€rs zu disziplinieren.cite-ref-36[36] Laut dem inzwischen exilierten Schriftsteller und ehemaligen Kumpan von RaĂșl, Norberto Fuentes, lieferte RaĂșl Castro die ideologische Rechtfertigung fĂŒr den Rauschgiftschmuggel in die USA: „Fidel sagt, wir mĂŒssen diese Sache mit sehr viel Takt anpacken. Aber Fidel sagt auch, die KolonialmĂ€chte hĂ€tten schließlich alle ihre Kriege in Asien durch den Opiumhandel finanziert. Insofern ist unsere AktivitĂ€t im Grunde Teil der historischen Vergeltung der unterdrĂŒckten Völker.“ Trotz dieser Aktion gilt RaĂșl unter den MilitĂ€rs als „verlĂ€sslich und berechenbar“, ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Fidel.cite-ref-widmann-endspiel-1-10[1]

Als Verteidigungsminister kontrollierte RaĂșl Castro bedeutende Teile der kubanischen Wirtschaft, da wichtige Staatsunternehmen im Tourismus, im Nickelbergbau und in der Zuckerindustrie der Armee gehören. MilitĂ€rs stehen oder standen an den Spitzen des Innenministeriums, des Zuckerministeriums, des Ministeriums fĂŒr Hochschulerziehung, an der Spitze der Zivilluftfahrtbehörde, des Gesundheitsministeriums, des Hafens von Havanna und anderer wichtiger Institutionen.

Zeit der Sonderperiode bis zur Erkrankung Fidels (1990–2006)

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der darauf folgenden Spezialperiode trat RaĂșl Castro als Realpolitiker und Wirtschaftsreformer auf. So brachte er beispielsweise 1994 in der Zeit der tiefsten Krise, als es sogar zu Unruhen kam, seinen Bruder dazu, die erst 1986 abgeschafften freien BauernmĂ€rkte wieder zuzulassen, was zur raschen Verbesserung der Versorgungslage fĂŒhrte.cite-ref-37[37] Außerdem erwog er in diesem Zusammenhang auch den Einsatz des MilitĂ€rs zur BekĂ€mpfung innerer Unruhen, was bisher ausschließliche Aufgabe von Polizei, Geheimdienst und speziellen paramilitĂ€rischen Einheiten gewesen war. Dies hĂ€tte allerdings die hohe PopularitĂ€t der kubanischen StreitkrĂ€fte bei der Bevölkerung stark gefĂ€hrdet.cite-ref-38[38]

Unter Leitung des von RaĂșl Castro kontrollierten MilitĂ€rs wurden zur Abfederung der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf Kuba zahlreiche, nach westlichem Vorbild funktionierende Managementmethoden, unter anderem unter dem Namen Sistema de Perfeccionamiento Empresarial, eingefĂŒhrt.cite-ref-39[39] Unter Leitung eines Ă€lteren Dreisternegenerals entstanden landwirtschaftliche Musterbetriebe, in denen moderne Verfahren des Nutzpflanzenanbaus, der BetriebsfĂŒhrung und des Warenabsatzes erprobt wurden. In diesen Musterbetrieben arbeiten junge Soldaten (Ejercito Juvenil de Trabajo) in anderer Weise als in der restlichen kubanischen Wirtschaft, nĂ€mlich nicht in einer Mangel- und Schlendrianswirtschaft, so der frĂŒhere Botschafter Wulffen.

PrÀsidentschaft

Am 31. Juli 2006 ĂŒbertrug der Staats- und Regierungschef Fidel Castro aufgrund einer schweren Erkrankung vorĂŒbergehend die FĂŒhrung der Partei, den Oberbefehl ĂŒber die Armee und das Amt des Staatsoberhaupts an seinen Stellvertreter und Bruder RaĂșl. Fidel musste sich einer komplizierten Darmoperation unterziehen.cite-ref-40[40] Bis dahin hatte RaĂșl seinem Bruder Fidel als stets loyaler Vize gedient.cite-ref-hoffmann-le-monde-diplomatique-41-0[41]

Im Unterschied zu seinem charismatischen Bruder gilt RaĂșl eher als „der oberste Verwaltungskader eines bĂŒrokratischen Sozialismus. Sehr viel mehr als sein Bruder muss RaĂșl die verschiedenen KrĂ€fte im Apparat ausbalancieren und integrieren.“ Weder ist er ein guter Redner noch ein Mann großer Gesten. Allerdings versucht er auch gar nicht, seinen Bruder diesbezĂŒglich zu kopieren.cite-ref-hoffmann-taz-parteitag-42-0[42]cite-ref-43[43] Jedoch wirke RaĂșl gemĂ€ĂŸ Fidel-Biograph Carlos Widmann seit seiner PrĂ€sidentschaft „gesĂŒnder, ja sogar verjĂŒngt“. Er gilt als Pragmatiker.cite-ref-widmann-endspiel-1-11[1] Auch der Politikwissenschaftler Bert Hoffmann bescheinigt ihm nach zehn Jahren Amtszeit „wesentlich moderater und pragmatischer in der Außenpolitik als sein Bruder“ zu sein.cite-ref-44[44]

Zu Beginn seiner Amtszeit erwarteten Beobachter von RaĂșl, dass er zwar die wirtschaftlichen Probleme des Landes durch Wirtschaftsreformen lindern könne, jedoch seien grĂ¶ĂŸere politische Reformen eher unwahrscheinlich.cite-ref-45[45] Auch hinsichtlich der Meinungsfreiheit scheinen die ZĂŒgel nicht mehr so straff gezogen wie zur Amtszeit Fidels. So hat RaĂșl das Volk zu Diskussionen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung aufgerufen, in der kubanischen Presse wird die TrĂ€gheit der FunktionĂ€re kritisiert, und es wird sogar nichts gegen regierungskritische Blogs aus Kuba, wie den von Yoani SĂĄnchez, unternommen.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] Zahlreiche politische Gefangene, darunter alle der wĂ€hrend des Schwarzen FrĂŒhlings festgenommenen und zu langjĂ€hrigen Haftstrafen verurteilten Mitglieder der „Gruppe der 75“, wurden bis MĂ€rz 2011 unter Vermittlung der katholischen Kirche freigelassen. Der Großteil wurde nach Spanien abgeschoben. Einige wenige Dissidenten, die sich der Abschiebung verweigert hatten, durften letztendlich „auf BewĂ€hrung“ in Kuba bleiben.cite-ref-48[48]

Bei der Wahl zur Nationalversammlung am 20. Januar 2008 erreichte RaĂșl Castro mit 99,3 Prozent die höchste Stimmenzahl aller Abgeordneten. Sein Bruder Fidel kam mit 98,4 Prozent der Stimmen auf den vierten Platz.cite-ref-49[49]

Am 24. Februar 2008 wurde RaĂșl vom Parlament zum PrĂ€sidenten des Staatsrates (Staatsoberhaupt) und PrĂ€sidenten des Ministerrates (Regierungschef) gewĂ€hlt, nachdem sein Bruder Fidel einige Tage zuvor erklĂ€rt hatte, nicht mehr fĂŒr diese Ämter kandidieren zu wollen. Auf seiner Antrittsrede sprach er Probleme des Landes wie zum Beispiel das doppelte WĂ€hrungssystem an, die jedoch sehr komplex und nicht einfach zu lösen seien. Dabei sprach er von einem Prozess der Transition und kĂŒndigte an, einige Verbote fĂŒr die Bevölkerung aufheben zu wollen, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Den Weg des Sozialismus wolle er jedoch fortsetzen.cite-ref-50[50]

Demzufolge wurden Hoffnungen, Kuba könnte alsbald ein westliches Demokratiemodell mit Mehrparteiensystem und Marktwirtschaft einfĂŒhren, enttĂ€uscht.cite-ref-hoffmann-le-monde-diplomatique-41-1[41] Zwar werden RaĂșl Castro Sympathie fĂŒr das chinesische Modell nachgesagt, wonach die Wirtschaft nach marktwirtschaftlichen Richtlinien modernisiert, das Einparteiensystem jedoch beibehalten wird,cite-ref-51[51] jedoch glauben Experten nicht, dass dies fĂŒr Kuba aufgrund seiner mangelnden geografischen GrĂ¶ĂŸe und der NĂ€he zum „Hauptfeind“ USA mit einer großen exilkubanischen Gemeinschaft eine realistische Option wĂ€re.cite-ref-hoffmann-le-monde-diplomatique-41-2[41]

Fidel Castro selbst mischte sich zunĂ€chst kaum noch in die Innenpolitik Kubas ein, sondern beschrĂ€nkte sich auf Kommentare zu außenpolitischen Themen. Nach der anscheinenden Genesung von seiner Krankheit hielt er sich aber offensichtlich nicht mehr an entsprechende Absprachen, was man als eine der Ursachen ansah, dass es den angekĂŒndigten Reformen an „KohĂ€renz und Dynamik“ mangelte.cite-ref-optenh-gel-2010-3-52-0[52]

Ab 2009 begann RaĂșl Castro sukzessive die oberste FĂŒhrungsriege im Ministerrat auszutauschen. Darunter befanden sich auch jĂŒngere „high potentials“ wie Carlos Lage und Felipe PĂ©rez Roque. Ihnen wurde unter anderem IlloyalitĂ€t vorgeworfen. Ersetzt wurden diese Positionen mit Vertrauten RaĂșl Castros aus den Zeiten der Revolution und MilitĂ€rs aus dem Verteidigungsministerium, mit denen er jahrelang zusammengearbeitet hatte.cite-ref-optenh-gel-2010-3-52-1[52] Fidel-Castro-Biograph Volker Skierka bezeichnet das Kuba unter RaĂșl Castro wegen des starken Einflusses der MilitĂ€rs auf alle Ebenen von Politik und Wirtschaft demzufolge als „eine Art MilitĂ€rdiktatur“.cite-ref-53[53]

Im Jahre 2010 kĂŒndigte RaĂșl Castro Wirtschaftsreformen an.cite-ref-hoffmann-9-2010-54-0[54] Entscheidender Teil des Planes war es, innerhalb von sechs Monaten rund 500.000 Staatsbedienstete aus der ĂŒberdimensionierten Verwaltung und unrentablen Staatsbetrieben, ein Achtel der ErwerbstĂ€tigen, zu entlassen.cite-ref-hoffmann-taz-parteitag-42-1[42] Bis 2015 solle die Zahl auf 1,3 Millionen steigen. Aufgefangen werden solle dies durch die Legalisierung von insgesamt 178 TĂ€tigkeiten auf eigene Rechnung (SelbstĂ€ndige), welche jedoch nur vergleichsweise niedere TĂ€tigkeiten wie PizzabĂ€cker oder Taxifahrer umfasst, wĂ€hrend Experten eine deutliche Ausweitung der Liste unter anderem auf akademische Berufe fordern.cite-ref-optenh-gel-2011-2-55-0[55]cite-ref-56[56]

Auf dem VI. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas im April 2011 ĂŒbernahm Castro auch das höchste Parteiamt als Nachfolger seines Bruders. Die von ihm selbst angemahnte deutliche VerjĂŒngung der FĂŒhrungsriege in Staat und Partei blieb jedoch aus.cite-ref-57[57]

Am 24. Dezember 2011 kĂŒndigte RaĂșl Castro an, tausende HĂ€ftlinge, darunter auch Dissidenten, aus „humanitĂ€ren GrĂŒnden“ zu entlassen. Dies ist bis dahin die grĂ¶ĂŸte Massenamnestie in der Geschichte Kubas.cite-ref-58[58] Damit kam er AntrĂ€gen von Familienangehörigen und verschiedenen regionalen Institutionen nach, wofĂŒr sich auch die Kirche einsetzte. Unter anderem soll ein bevorstehender Besuch Papst Benedikts XVI. im FrĂŒhjahr 2012 laut Castro Grund dafĂŒr gewesen sein. Bis 29. Dezember 2011 wurden fast 3000 HĂ€ftlinge freigelassen, darunter auch sieben politische HĂ€ftlinge. Die Amnestie gelte vor allem fĂŒr Frauen, Kranke und Alte sowie fĂŒr junge HĂ€ftlinge mit guten Resozialisierungschancen, die ĂŒberwiegend wegen minderschwerer Vergehen Haftstrafen erhielten. Verurteilte Mörder, DrogenhĂ€ndler oder vermeintliche auslĂ€ndische Agenten wie der US-Amerikaner Alan Gross seien von der Amnestie ausgenommen. Aufgrund der wenigen freigelassenen politischen Gefangenen bezeichnete der Menschenrechtsaktivist Elizardo SĂĄnchez Santacruz die Massenamnestie als „Medieninszenierung“.cite-ref-59[59]

RaĂșl Castro wurde am 24. Februar 2013 durch den Volkskongress fĂŒr eine weitere fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit bestĂ€tigt. Bei seiner dortigen Rede kĂŒndigte er an, dass dies seine letzte Amtsperiode sein werde.cite-ref-60[60]

Nachdem sich RaĂșl Castro und US-PrĂ€sident Barack Obama am 10. Dezember 2013 wĂ€hrend der Trauerfeier fĂŒr Nelson Mandela in Johannesburg ĂŒberraschend die Hand gegeben hatten, lĂ€uteten Castro und Obama im Dezember 2014 eine neue Ära der Beziehungen zwischen den USA und Kuba ein.cite-ref-61[61] Seitens der USA nutzte Obama seine Kompetenzen als PrĂ€sident, um zahlreiche EmbargobeschrĂ€nkungen, soweit sie nicht unter Kongress-Verantwortung fielen, aufzuheben. So wurden die Möglichkeiten, dass US-Amerikaner ohne Kuba-Bezug nach Kuba reisen dĂŒrfen, erleichtert, außerdem wurde Kuba von der US-Liste Terrorismus unterstĂŒtzender Staaten gestrichen.cite-ref-standard-terrorliste-62-0[62]

Am 20. MĂ€rz 2016 reiste Barack Obama als erster US-PrĂ€sident seit 88 Jahren zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Kuba, der drei Tage andauerte und bei dem er am zweiten Tag auch von RaĂșl Castro empfangen wurde. Im Vorfeld wurden einige Embargoerleichterungen verkĂŒndet, die in der Kompetenz des US-PrĂ€sidenten liegen. Sein Bruder Fidel († 25. November 2016) sah das seit Ende 2014 aufkommende Tauwetter in den Beziehungen zu den USA jedoch kritisch. „Wir haben es nicht nötig, dass uns das Imperium etwas schenkt“, war sein zentrales Statement zu diesem Besuch.cite-ref-63[63]

Im Dezember 2017 beschloss das kubanische Parlament, das ursprĂŒnglich fĂŒr den 24. Februar 2018 vorgesehene Ende der Amtszeit Castros um knapp zwei Monate auf den 19. April 2018 zu verschieben. BegrĂŒndet wurde dies mit den Auswirkungen des Hurrikans Irma.cite-ref-64[64]cite-ref-65[65] Am 19. April 2018 wurde dann Miguel DĂ­az-Canel zu seinem Nachfolger im Amt des PrĂ€sidenten und des Regierungschefs gewĂ€hlt. Allerdings blieb Castro Parteichef und damit mĂ€chtigster Mann im Staat.cite-ref-66[66] Am 19. April 2021 ĂŒbergab er auf dem VIII. Parteitag auch das Amt des Parteichefs an seinen Nachfolger DĂ­az-Canel.cite-ref-67[67] In seiner letzten Parteitagsrede forderte Castro zu einem „respektvollen Dialog“ mit den USA auf.cite-ref-68[68]

Vorwurf der Vetternwirtschaft

RaĂșl Castro wird vorgeworfen, Familienmitglieder an zentralen Positionen in Politik und Wirtschaft zu platzieren und damit Vetternwirtschaft zu betreiben. Schon sein Bruder Fidel hatte zahlreiche Familienmitglieder, wie Mariela Castro (CENESEX) Fidelito (Kernkraftwerk Cienfuegos), Antonio Castro Soto, Mannschaftsarzt der Baseball-Nationalmannschaft und PrĂ€sident des nationalen Baseballverbandes, in fĂŒhrenden Positionen in Staat und Gesellschaft installiert.cite-ref-69[69]

RaĂșl hingegen installierte beispielsweise seinen Sohn Alejandro Castro EspĂ­n als fĂŒhrenden Vertreter Kubas bei den Verhandlungen um eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba.cite-ref-70[70] Ex-Schwiegersohn Luis Alberto RodrĂ­guez LĂłpez-Calleja war Chef der einflussreichen MilitĂ€r-Wirtschaftsholding ” GAESA. RaĂșls Großneffe Oscar PĂ©rez-Oliva Fraga, Enkel seiner und Fidels Schwester Ángelica Castro, wurde 2024 zunĂ€chst zum Minister fĂŒr Außenhandel und 2025 zum einen der VizeprĂ€sidenten des Ministerrats Kubas ernannt. Dessen Cousin JosĂ© Antonio Fraga Castro war bis 2014 Leiter des staatlichen Biotech-Unternehmens Labiofam.cite-ref-71[71]

Siehe auch
Film und filmische Darstellung

‱ 2002 wurde RaĂșl Castro in dem Historienfilm Fidel & Che von dem kubanisch-stĂ€mmigen US-amerikanischen Schauspieler Maurice Compte verkörpert.
‱ Im Dokumentarfilm South of the Border von Oliver Stone aus dem Jahr 2009 wird RaĂșl Castro neben anderen RegierungsprĂ€sidenten Lateinamerikas interviewt.

Veröffentlichungen

‱ Bericht des PolitbĂŒros (Memento vom 29. Januar 2017 im Internet Archive). In: Granma internacional. Mai 1996 (Bericht an das 5. Plenum des ZK der KP Kubas; PDF; 878 kB).
‱ Man kann versuchen, Kuba zu zerstören, doch niemand sollte glauben, es je erobern zu können (Memento vom 23. Dezember 2017 im Internet Archive). In: Granma internacional. September 1997 (Rede auf dem Festakt zum 44. Jahrestag des Sturms auf die Moncada; PDF; 729 kB).
‱ Es hĂ€ngt von uns allen ab, die Revolution zu stĂ€rken (Memento vom 3. April 2016 im Internet Archive). In: Granma internacional. Februar 2008 (Rede am 28. Dezember 2007 vor der Nationalversammlung der Poder Popular; PDF; 344 kB).
‱ „Wir mĂŒssen streng mit uns sein“ (Memento vom 2. August 2016 im Internet Archive). In: junge Welt. 7. MĂ€rz 2008 (Rede am 24. Februar 2008 zum Abschluss der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung in der 7. Legislaturperiode; PDF; 109 kB).
‱ Sozialismus bedeutet soziale Gerechtigkeit, aber Gleichheit ist nicht Gleichmacherei (Memento vom 3. April 2016 im Internet Archive). In: Granma internacional. August 2008 (Rede am 11. Juli 2008 auf der Schlußtagung der ersten ordentlichen Sitzung der 7. Legislaturperiode der Nationalversammlung der Poder Popular; PDF; 1,0 MB).
‱ FĂŒr die Neugestaltung des internationalen Finanzsystems (Memento vom 21. Mai 2016 im Internet Archive). In: junge Welt. 19. Dezember 2008 (aus der Rede auf dem Lateinamerika-Karibik-Gipfel in Brasilien; PDF; 17 kB).
‱ Die AusĂŒbung des Multilateralismus erfordert die strikte Achtung der SouverĂ€nitĂ€t der Staaten (Memento vom 1. September 2016 im Internet Archive). In: Granma internacional. Mai 2009 (Rede am 28. April 2009 auf der Tagung auf Ministerebene des KoordinationsbĂŒros der Bewegung der Blockfreien Staaten in Havanna; PDF; 266 kB).

Literatur

‱ Harlan Abrahams, Arturo Lopez-Levy: A Close-Up View of Change. RaĂșl Castro and the New Cuba. McFarland & Co., Jefferson 2011, ISBN 978-0-7864-6527-9.
‱ Hans-JĂŒrgen Burchardt: Kuba. Der lange Abschied von einem Mythos. Schmetterling Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-89657-600-2.
‱ Hans-JĂŒrgen Burchardt: Kuba. Im Herbst des Patriarchen. Schmetterling Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-89657-602-6.
‱ Marc Frank: Cuban Revelations. Behind the Scenes in Havana (= Contemporary Cuba). University Press of Florida, Gainesville 2013, ISBN 978-0-8130-4465-1.
‱ Carlos Franqui: Family Portrait with Fidel. Random House, New York 1984, ISBN 0-394-53260-0.
‱ Volker Hermsdorf: RaĂșl Castro. RevolutionĂ€r und Staatsmann. Verlag Wiljo Heinen, Berlin/Böklund 2016, ISBN 978-3-95514-029-8.
‱ Bert Hoffmann: Kuba. 3. Auflage. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-55851-1.
‱ Hal Klepak: RaĂșl Castro and Cuba. A Military Story. Palgrave Macmillan, New York 2012, ISBN 978-0-230-34074-9.
‱ Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-04008-1.
‱ Carlos Widmann: Das letzte Buch ĂŒber Fidel Castro. Hanser Verlag, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-446-24004-9.
‱ Bernd Wulffen: Eiszeit in den Tropen. Botschafter bei Fidel Castro. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-86153-406-1.
‱ Bernd Wulffen: Kuba im Umbruch. Von Fidel zu RaĂșl Castro. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-486-0.
‱ Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. Revolution und Reform auf der Insel der Extreme. Rotbuch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-151-6.

Weblinks

Commons

: RaĂșl Castro

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber RaĂșl Castro im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ RaĂșl Castro in der Notable Names Database (englisch)
‱ RaĂșl ist ein Übergangskandidat. In: Stern. 1. August 2006, Interview mit dem Fidel-Castro-Biographen Volker Skierka
‱ Bernd Wulffen (deutscher Botschafter in Havanna 2001–2005): Aus dem Schatten. In: Der Tagesspiegel. 2. August 2006
‱ PortrĂ€t. RaĂșl Castro, der letzte Comandante. In: Augsburger Allgemeine. 26. Dezember 2017

Einzelnachweise

cite-note-widmann-endspiel-11. ↑ Widmann: Endspiel mit RaĂșl. In: Das letzte Buch ĂŒber Fidel Castro. 2012, S. 316–330.
cite-note-22. ↑ Hermsdorf: RaĂșl Castro. 2016, S. 30–33.
cite-note-33. ↑ Hermsdorf: RaĂșl Castro. 2016, S. 33.
cite-note-44. ↑ Hermsdorf: RaĂșl Castro. 2016, S. 34.
cite-note-55. ↑ Hermsdorf: RaĂșl Castro. 2016, S. 36.
cite-note-66. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 32.
cite-note-encaribe-77. ↑ RaĂșl Castro (Memento vom 30. April 2019 im Internet Archive) in der EnzyklopĂ€die EnCaribe (spanisch).
cite-note-88. ↑ John Haylett: Cuba: 50 years of revolution (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive). In: Morning Star. 7. Januar 2009, abgerufen am 13. Oktober 2011.
cite-note-99. ↑ RaĂșl Castro On 1953 Moncada Assault: ‘Aim Was To Spark Revolutionary Armed Action’. In: The Militant. 2. August 1999, abgerufen am 17. Juli 2013.
cite-note-1010. ↑ Revolution aus der HĂŒfte. In: Der Spiegel. Nr. 37, 1969 (online).
cite-note-1111. ↑ RaĂșl Castro. In: BiografĂ­as y Vidas. Abgerufen am 2. Mai 2011.
cite-note-1212. ↑ Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. 2008, S. 131.
cite-note-1313. ↑ Rafael Poch: Tres preguntas sobre Rusia: estado de mercado, Eurasia y fin del mundo bipolar. In: Icaria. Barcelona 2000, S. 75 f. (teilweise online (Memento vom 24. Februar 2001 im Internet Archive)).
cite-note-1414. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 41 ff.
cite-note-1515. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 45 ff.
cite-note-1616. ↑ Franqui: Family Portrait with Fidel. 1984, S. 157 f.
cite-note-1717. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 46 f.
cite-note-1818. ↑ Rafael Rojas: El origen de la dictadura. In: El Nuevo Herald. 13. Juli 2008, abgerufen am 13. Oktober 2011.
cite-note-1919. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 47 f.
cite-note-2020. ↑ Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert. 2004, S. 177.
cite-note-cidob-2121. ↑ RaĂșl Modesto Ruz Castro im Centro de InformaciĂłn y DocumentaciĂłn Internacionales de Barcelona (CIDOB; Biographie-Datenbank politischer FĂŒhrer, Stand vom 6. Juni 2011), abgerufen am 13. Oktober 2011 (spanisch).
cite-note-2222. ↑ Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert. 2004, S. 173.
cite-note-2323. ↑ Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. 2008, S. 190.
cite-note-2424. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 51.
cite-note-2525. ↑ Der Mann hinter dem Mythos. In: Deutschlandradio Kultur. 24. September 2008 (Rezension von Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution).
cite-note-2626. ↑ Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. 2008, S. 15 f., 21 f. u. a.
cite-note-2727. ↑ Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. 2008, S. 224 f.
cite-note-2828. ↑ Hoffmann: Kuba. 2009, S. 83 ff.
cite-note-2929. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 48 ff.
cite-note-3030. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 60 f.
cite-note-3131. ↑ Samuel Farber: The Origins of the Cuban Revolution Reconsidered. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 2006, ISBN 978-0-8078-5673-4, S. 146.
cite-note-3232. ↑ CĂ©sar Reynel Aguilera: Razones de Angola (IX) (Memento vom 19. Oktober 2018 im Internet Archive). In: PenĂșltimos DĂ­as. 22. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juli 2012 (spanisch).
cite-note-3333. ↑ Eugenio SuĂĄrez PĂ©rez: CreaciĂłn del MINFAR: Con caracterĂ­sticas propias (Memento vom 9. Juli 2013 im Internet Archive). In: Bohemia. 23. September 2009, abgerufen am 9. Mai 2011 (spanisch).
cite-note-3434. ↑ Wulffen: Kuba im Umbruch. 2008, S. 48 f.
cite-note-3535. ↑ Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. 2008, S. 211 f.
cite-note-3636. ↑ Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert. 2004, S. 242 f.
cite-note-3737. ↑ Hoffmann: Kuba. 2009, S. 128.
cite-note-3838. ↑ Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert. 2004, S. 331.
cite-note-3939. ↑ Peter Thiery, Arndt Wierheim: Kuba nach Castro – Akteure und Szenarien der Transformation. Bertelsmann Forschungsgruppe Politik, Centrum fĂŒr angewandte Politikforschung (CAP), UniversitĂ€t MĂŒnchen, September 2006 (PDF; 129 kB).
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cite-note-hoffmann-le-monde-diplomatique-4141. ↑ Bert Hoffmann: Kuba unter dem anderen Castro – Die Revision der Revolution nach Fidel. In: Le Monde diplomatique. Nr. 8682, 12. September 2008.
cite-note-hoffmann-taz-parteitag-4242. ↑ Bert Hoffmann: Debatte Reformen auf Kuba: RaĂșl Xiaoping. In: taz.de. 15. April 2011 (Zitat: „Dazu kommt, dass RaĂșl Castro kein ‚Fidel II‘ ist“).
cite-note-4343. ↑ Hoffmann: Kuba. 2009, S. 127 f.
cite-note-4444. ↑ Zehn Jahre ohne Fidel Castro. In: Der Tagesspiegel. 30. Juli 2016, abgerufen am 30. Juli 2016.
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cite-note-hoffmann-9-2010-5454. ↑ Bert Hoffmann: Kuba: Auf dem Weg zum Marktsozialismus? In: GIGA Focus Lateinamerika. 9/2010.
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cite-note-5656. ↑ „Der Staat zieht sich zurĂŒck“. In: taz.de. 15. Januar 2011 (Interview von Knut Henkel mit dem kubanischen Ökonomen Omar PĂ©rez Villanueva).
cite-note-5757. ↑ Katharina Graça Peters: Generation 70 plus soll Kuba reformieren. In: Spiegel Online. 19. April 2011.
cite-note-5858. ↑ Amnestie. Kuba will 2.900 Gefangene begnadigen. In: Zeit Online. 24. Dezember 2011.
cite-note-5959. ↑ Massenamnestie: Kuba lĂ€sst fast 3000 HĂ€ftlinge frei. In: Tagesschau. ARD, 29. Dezember 2011, archiviert vom Original am 8. Januar 2012; abgerufen am 27. April 2025.
cite-note-6060. ↑ Kuba vor Generationswechsel: Raul Castro macht es nur noch einmal. In: Tagesschau. ARD, 25. Februar 2013, archiviert vom Original am 25. Februar 2013; abgerufen am 27. April 2025.
cite-note-6161. ↑ Bert Hoffmann: Kuba-USA: Wandel durch AnnĂ€herung. In: GIGA Focus Lateinamerika. 2/2015.
cite-note-standard-terrorliste-6262. ↑ Michaela Kampl: Kuba und die Streichung von der US-Terrorliste. In: Der Standard. 15. April 2015.
cite-note-6363. ↑ Boris Herrmann: Warum Fidel Castro gegen die USA wettert. In: Sueddeutsche.de. 29. MĂ€rz 2016.
cite-note-6464. ↑ Nachfolger wird im April bestimmt. In: orf.at. 21. Dezember 2017, abgerufen am 21. Dezember 2017.
cite-note-6565. ↑ Wegen Hurrikan Irma. RaĂșl Castro tritt erst im April als Kubas Staatschef ab. In: Focus online. 21. Dezember 2017
cite-note-6666. ↑ Michael Vosatka: Miguel DĂ­az-Canel: Kubas nĂ€chste Generation der Revolution. In: Der Standard. 19. April 2018, abgerufen am 20. April 2018.
cite-note-6767. ↑ Kuba: Erstmals kein Castro – PrĂ€sident DĂ­az-Canel neuer Parteichef der Kommunisten. In: RedaktionsNetzwerk Deutschland. 19. April 2021, abgerufen am 19. April 2021.
cite-note-6868. ↑ RaĂșl Castro wirbt fĂŒr ein neues VerhĂ€ltnis zu den Vereinigten Staaten. In: FAZ.net. 17. April 2021, abgerufen am 17. April 2021.
cite-note-6969. ↑ Wie der Castro-Clan Kuba beherrscht. In: Welt. 18. April 2008, abgerufen am 25. Oktober 2025.
cite-note-7070. ↑ Kardinal: RaĂșl Castros Sohn als Geheimverhandler. In: orf.at. 25. MĂ€rz 2017, abgerufen am 24. Oktober 2025.
cite-note-7171. ↑ Nuevo Castro al poder en Cuba: El rĂ©gimen asciende a Oscar PĂ©rez-Oliva Fraga, sobrino-nieto de Fidel y RaĂșl Castro. In: AmĂ©rica TevĂ©. 18. Oktober 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025 (es-PA).